A 20 | 08.11.2018

Neuer Zeitplan für den Weiterbau

Auch nach Übernahme der A-20-Planungen durch die Projektmanagementgesellschaft Deges bleibt der Weiterbau der Ost-West-Magistrale ein dickes Brett. Frühestens in zwei bis drei Jahren ist mit ersten Bautätigkeiten an der A 20 östlich der A 7 zu rechnen.

Das setzt allerdings voraus, dass das Bundesverwaltungsgericht im November die Klagen gegen den Weiterbau auf dem Abschnitt zwischen Wittenborn bei Bad Segeberg und der A 7 zurückweist.

 - Die Planungen für den Weiterbau der A 20 in Schleswig-Holstein laufen
Die Planungen für den Weiterbau der A 20 in Schleswig-Holstein laufen
Foto: Deges

Die Verfahren um den ebenfalls beklagten Abschnitt bei Bad Segeberg werden sich laut Einschätzung des schleswig-holsteinischen Verkehrsministeriums bis 2022 hinziehen.
Parallel zu den Planungs- und Gerichtsverfahren laufen vertrauliche Gespräche mit den klagenden Naturschutzverbänden und Gemeinden. „Auch wenn wir mit den Verbänden noch keinen Durchbruch erzielen konnten, so haben wir immerhin erreicht, dass die Gemeinde Klein Gladebrügge ihre Klage gegen den Abschnitt zwischen der A 7 und Wittenborn zurückgezogen hat“, so Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz. Sollten die verbleibenden Klagen scheitern, könnte bereits kommendes Jahr mit den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen auf dem Abschnitt begonnen werden.

Für den Abschnitt bei Segeberg ist es das Ziel, im Sommer kommenden Jahres das Planergänzungsverfahren zu beantragen. 2013 hatte das Bundesverwaltungsgericht den Stopp des Weiterbaus dort unter anderem mit unzureichender Überprüfung alternativer Trassenverläufe und unzureichender Berücksichtigung der Fledermaus-Vorkommen begründet. Dies wird aktuell in aufwändigen Fehlerheilungsverfahren nachgeholt.

Auf dem ersten A-20-Teilstück westlich der A 7 (Bauabschnitt 5) wurde das zwischenzeitlich ruhende Planänderungsverfahren wieder aufgenommen. Dazu wurden seit letztem Jahr die nötig gewordenen Neukartierungen von Flora und Fauna vorgenommen und voraussichtlich im Sommer 2019 abgeschlossen. Das Planfeststellungsverfahren für diesen Abschnitt kann dann voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 beantragt werden, womit frühestens Ende 2022, im Falle von Klageverfahren voraussichtlich im Jahr 2024 Baurecht vorliegen würde.

Auch für den 6. Bauabschnitt zwischen Hohenfelde und Glückstadt im Kreis Steinburg, wo eine Artenschutzkonzeption für die Zwergschwanrastgebiete erarbeitet werden muss, ist das ruhende Planänderungsverfahren ebenfalls wieder aufgenommen worden. Hier rechnet die Deges – sofern keine Klagen kommen – im ersten Halbjahr 2023 mit Baurecht.
Auch das angrenzende Teilstück zwischen Glückstadt und der A 23 (Abschnitt 7) könnte – ohne Klagen – im zweiten Halbjahr 2021 baureif sein.

Hinsichtlich des A-20-Elbtunnels (Abschnitt 8) plant die Deges, die Einwendungen gegen sämtliche Nachbesserungen, die das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil von 2016 auferlegt hatte, bis zum Jahresende zu prüfen und zu erwidern. Danach wird ein entsprechender Planergänzungsbeschluss beantragt. Mit einem bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss (nach Klageverfahren) ist dann frühestens im zweiten Halbjahr 2021 zu rechnen.

Seit 1992 wurden in Schleswig-Holstein gerade einmal 39 der 112 km langen Autobahn fertiggestellt. Der Bau hat im Land weiterhin höchste Priorität. Deshalb arbeitet ein derzeit 15-köpfiges Team der Deges an allen Abschnitten mit Hochdruck weiter. Im kommenden Jahr will die Deges dieses Team 25 bis 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufstocken.