Leiblein | 15.06.2017

Optimierte Prozesswasseraufbereitung

Bei der Jogerst Steintechnologie in Oberkirch, am Rande des Schwarzwaldes, wird ein neues Filtersystem von Leiblein eingesetzt, das für deutlich geringeren Frischwasserbedarf sorgt.

 - Die Leiblein Abwasserreinigungsanlage bei Jogerst Steintechnologie – in der Mitte der Lamellenklärer links der Vakuumbandfilter.
Die Leiblein Abwasserreinigungsanlage bei Jogerst Steintechnologie – in der Mitte der Lamellenklärer links der Vakuumbandfilter.
Foto: Leiblein

Bei der Jogerst Steintechnologie GmbH wird Naturstein für viele Einsatzfelder bearbeitet, geformt und gestaltet. Steinbearbeitung geht einher mit einem hohen Einsatz von Prozesswasser. Eine effektive und effiziente Abwasseraufbereitung zu erzielen und den Zusatz von Frischwasser drastisch zu reduzieren - so lautete der Anspruch an die neue Anlage.

Die neue Filtertechnik musste mit der Aufstellfläche auskommen, die das bisherige System von Sedimentations-Absetzturm und Kammerfilterpresse zur Schlammentwässerung – in die Jahre gekommen und an der Kapazitätsgrenze angelangt – zur Verfügung hatte.

Mit dem Hardheimer Filterspezialisten Leiblein und seinem Filtersystem von Lamellenklärer zur Sedimentation sowie einem Vakuumbandfilter (VBF) zur weiteren Entwässerung wurden optimale Filterergebnisse erreicht, die auch für eine Steigerung des Prozesswasseranfalls in Zukunft gerüstet erscheinen.

Ausgehend von verschiedenen Anfallstellen gelangt das Schmutzwasser in eine zentrale Sammelgrube und wird niveauabhängig dem Schrägklärer zugeführt. Dieser – auch Lamellenklärer genannt – führt eine Sedimentation durch, sodass das gereinigte Wasser, mit Gefälle geführt, zur Weiterverwendung in eine Klarwassergrube fließt. Je nach Durchsatz und Feststoffgehalt optimiert ein zugegebenes Flockungshilfsmittel den Sedimentationsprozess. Doch damit nicht genug. Auch die letzten Wasserreste der im Schrägklärer abgesetzten Stoffe – dort als Dünnschlamm vorliegend – sollen für den Wasserkreislauf aufbereitet werden. Hier leistet der Vakuumbandfilter (VBF) ganze Arbeit. Die Entwässerung ist so effektiv, dass praktisch nur die geringen Anhaftungen von Wasser an dem sich ergebenden Filterkuchen wieder durch Frischwasser zu ergänzen sind.
Die Umlenkung des Schmutzwassers vom Einlaufkanal lässt es durch ein Lamellenpaket nach oben steigen. Auf diesem Weg sinken die Schwebstoffe auf die schräggestellten Lamellen (Sedimentation) und rutschen in den Schlammtrichter. Auch kleinste Trübstoffe lassen sich darüber hinaus mit geringen Zugaben von Flockungshilfsmitteln fixieren und dem Wasser entziehen. Das gefilterte Wasser ist nun wieder für den Prozesswasserkreislauf einsetzbar.

 - Der weitgehend trockene Filterkuchen vor Abstreifung und Entsorgung.
Der weitgehend trockene Filterkuchen vor Abstreifung und Entsorgung.
Foto: Leiblein

Die nachgeschaltete Reinigung des Dünnschlamms im Vakuumbandfilter erhöht deutlich die Rückgewinnung von gereinigtem Prozesswasser. Hierbei setzt Leiblein konsequent weiter auf das Prinzip der schrägen Ebene und erzielt mit Unterdruck beste Filterergebnisse. Das Endlosfilterband aus Edelstahl wird als schräge Ebene geführt, dabei im unteren Bereich über die gesamte Breite ins Schmutzwasser eingetaucht, während im oberen Sektor die Entwässerung einsetzt. Schmutzpartikel hält das Filterband zurück, ein Filterkuchen baut sich unter Einfluss eines leichten Unterdrucks standfest auf.
Mit Anstieg des hierdurch ausgelösten Durchflusswiderstandes steigt der Wasserspiegel bis zu einem Niveau ab dem ein integrierter Schwimmschalter den Antrieb steuert. Mit dem Heraufziehen des Filterbandes erfolgt das Abstreifen des Sedimentteppichs zur weiteren Entsorgung. Im Anschluss daran sorgen eine Bürstenwalze und Spüleinrichtung für ein sauberes Filterband, bereit für einen erneuten Filterprozess.

Im Ergebnis sorgt die Filtertechnologie von Leiblein. für eine hohe Durchsatzleistung, eine lange Lebensdauer durch Edelstahlfilter sowie keine Verbrauchsmaterialien und einen vollautomatischen Betrieb ohne Personal und seine Kosten.