Gipokombi 130 FDR | 12.02.2018

Spiel, Satz und Sieg

Bei der Produktion von Bodenbelägen für Tennisplätze aus Abbruch-Ziegeln und Dachpfannen punktet eine Kombi-Aufbereitungsanlage durch ihre Wirtschaftlichkeit.

 - Mit dem Kauf der GIPOKOMBI 130 FDR hat die Perfect Tennismehl & Sportgeräte GmbH auf die gestiegenen Leistungsansprüche reagiert.
Mit dem Kauf der GIPOKOMBI 130 FDR hat die Perfect Tennismehl & Sportgeräte GmbH auf die gestiegenen Leistungsansprüche reagiert.
Foto: Gipo

Die Perfect Tennismehl & Sportgeräte GmbH aus Nettetal, eine Tochtergesellschaft des niederländischen Recyclingunternehmens Thijssen Emans & Co B.V., zerkleinert und verarbeitet Abbruch-Ziegel und Dachpfannen. Die Wiederaufbereitung des Materials dient der Produktion von Bodenbelägen für Tennis-Außenplätze im kompletten niederländischen Raum wie auch in großen Teilen Deutschlands.

Neben Abbrucharbeiten steht die Herstellung hochwertiger keramischer Zuschlagstoffe und Stampfbeton im Vordergrund, auch werden Stapelblöcke sowie Granulate für den Straßenbau produziert. Der Recyclingbetrieb hat sich in zweiter Generation unter anderem mit der Herstellung von feuerfesten Mineralien einen überregionalen Ruf erworben.

Mehrere Standbeine

Alte Schamotte werden zunächst von einem Vorbrecher auf die entsprechende Größe von 200 mm gebracht und bis auf 1 mm herunter gebrochen und gesiebt. Mit dem Material werden anschließend neue Ofen- oder Schamottsteine hergestellt. Mit der Wiederaufbereitung alter Fliesen und Keramiken setzt das Unternehmen auf ein weiteres Standbein: Über Prall- oder Hammermühlen werden Korngrößen des alten Materials von bis zu 1 mm produziert, um sie anschließend zurück in den Kreislauf der Keramikindustrie zu bringen. Das gilt vor allem für keramische Fehlbrände, die auf diesem Wege erneut Verwendung finden.

Für sämtliche Abbruch und Erdbauarbeiten kamen über die Jahre hinweg Prallbrechertechnologien zum Einsatz, die aber im Laufe der Zeit den gestiegenen Leistungsansprüchen des Unternehmens nicht länger gewachsen waren. Auf der Steinexpo 2017 konnte der Schweizer Brechanlagen-Hersteller GIPO die Aufmerksamkeit des Managements für seine ausgestellte großformatige Prallbrechanlage GIPOKOMBI 130 FDR gewinnen.

Schweizer Präzisions-Technik

Die raupenmobile Prallmühle beeindruckt optisch mit einem Gesamtgewicht von 92 t – der Rotordurchmesser alleine misst 1.300 mm. Die Anlage ist deshalb so schwer, weil sie mit einer aktiven Vor- und einer Nachsiebeinheit ausgestattet ist. Beim Nachsieb handelt es sich um einen Doppeldecker im Format 1,80 x 5,50 m, worüber sich bis zu drei Endprodukte absieben lassen. Unter Berücksichtung des zusätzlichen Vorsiebs besteht sogar die Option für vier Endprodukte. Neben der Überkornrückführung ist zusätzlich eine Windsichteranlage an Bord, die aus dem gesiebten Material alle auftretenden Störstoffe herausbläst. Leichtmaterialien wie Kunststoffe oder Holz werden so von vornherein aus dem gesamten Verarbeitungskreislauf herausgezogen.

Der neue Brecher-Direktantrieb der Kombi-Anlage ist kraftstoffreduziert – Während vergleichbare Anlagen bei der Betätigung des Direktantriebs auf Anhieb 70 l Diesel verbrauchen, benötigt die GIPOKOMBI 130 FDR lediglich 35 bis 40 l Kraftstoff.

Bei einer Kraftstoffersparnis von durchschnittlich 30 l pro Betriebsstunde und einem durchschnittlichen Betriebsstundeneinsatz von 1.500 Stunden pro Jahr ist der wirtschaftliche Vorteil immens. Das Kunde legte alleine schon deshalb großen Wert auf einen sparsamen dieselhydraulischen Direkt-Antrieb, um elektrische Ausfälle oder Störungen – die bei dieselelektrischen Antrieben vorkommen können – von vornherein auszuschließen.

In der Recyclingaufbereitung (0/45-Körnungen) liegt die Verarbeitungskapazität der neuen Anlage bei bis zu 300 t/h, im Natursteinbereich sogar noch deutlich höher. Für die Unternehmensgruppe Thijssen Emans & Co. B.V.; sind durchschnittlich 180 t/h angepeilt. Das Unternehmen legt großen Wert darauf, termingetreu und qualitativ hochwertig zu produzieren.

Dritte Prallschwinge verfügbar
Die Maschine arbeitet mit zwei Prallschwingen, eine als Vorbrecher und die andere als Hauptbrecher. Theoretisch wäre es sogar möglich gewesen, eine dritte Prallschwinge mit entsprechender Mahlbahn zu integrieren, sofern die Absicht bestanden hätte, Splitte zu produzieren.

Die Anlage verfügt über großzügig geschnittene zugängliche Bereiche, beispielsweise im Brechraum und der Austragsrinne. Das Konstruktionsprinzip setzt sich in der Dimensionierung von Austragsband (1.600 mm) und Austragsrinne (1.300 mm) fort. Verjüngungen oder Verengungen gehen hier nicht zu Lasten des Material- bzw. Verarbeitungsflusses. Im Zusammenspiel mit dem Magneten sind eisenhaltige Ergebnisse in der Recyclingaufbereitung nahezu ausgeschlossen. Die Stärke der Verschleißbleche liegt bei 30 mm – demnach eine Verdopplung gegenüber Anlagen anderer namhafter Hersteller. Das erklärt möglicherweise, warum in den GUS-Staaten GIPO-Modelle der gleichen Serie eingesetzt werden, die bereits über 60.000 Betriebsstunden gelaufen sind.

In unmittelbarer Nähe

Der prognostizierte Betriebskostenvorteil sowie die aussichtsreiche Leistungssteigerung erleichterten die Entscheidung für die Perfect Tennismehl & Sportgeräte GmbH. Das Unternehmen kam nach seinem ersten positiven Eindruck auf der Messe sofort mit dem niederrheinischen GIPO-Händler Apex Fördertechnik ins Geschäft, dessen Standort Geilenkirchen lediglich wenige Minuten vom Produzenten entfernt ist.

Knapp zehn Wochen nach der Bestellung stand die neue Anlage bereits auf dem Hof. Alle Rahmenbau- und Fahrwerksteile, Vibrationsrinnen, Siebmaschinen, Powerpack sowie Brecher und Rotor werden ausschließlich am Stammsitz in der Schweiz gefertigt. Sämtliche Bauteile sind dort stets vorrätig.

Von der Schweiz aus wurde der 80 t schwere Brecher, die Magneteinheit mit Gestell (7 t) sowie das Seitenband für das Vorsieb getrennt auf den Transportweg gebracht. Nach gut zwei Tagen sowie einer Aufbauzeit von lediglich einer Stunde war die Maschine in der Hausfarbe von Thijssen Emans & Co. B.V. bereits einsatzbereit. Die Qualität der ersten Ergebnisse entsprach auf Anhieb den hohen Ansprüchen des Unternehmens aus dem Grenzgebiet. Da in den Niederlanden die Maßstäbe an Recyclingprodukte sogar noch höher gesetzt werden als in Deutschland, war das Management bei der Inbetriebnahme angenehm überrascht.

Schlagleisten, Siebmedien, weitere Ersatzteile und Servicewartungen werden künftig von Apex Fördertechnik geliefert bzw. durchgeführt. Da Ersatzteile aus der Schweiz üblicherweise verzollt werden müssen, erfolgt die Betreuung durch den GIPO-Händler für Gesamtdeutschland (außer Bayern / Baden-Württemberg) .

 - Das Unternehmen produziert u.a. hochwerige Bodenbeläge für Tennisplätze.
Das Unternehmen produziert u.a. hochwerige Bodenbeläge für Tennisplätze.
Foto: Gipo