Es fehlen Azubis und Facharbeiter | 07.05.2018

Schubert-Raab: Der Bau boomt

Die Personalentwicklung hält in Bayern nicht Schritt mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung am Bau. Präsident Wolfgang Schubert-Raab wies am Tag des Bayerischen Baugewerbes darauf hin, dass tausende Arbeits- und Ausbildungplätze nicht besetzt werden können.

 - Dipl.-Ing. Wolfgang Schubert-Raab.
Dipl.-Ing. Wolfgang Schubert-Raab.
Foto: Bayerisches Baugewerbe

„Der Bauwirtschaft geht es gut und die Aussichten der Branche sind hervorragend“, so Schubert-Raab. „Das sind beste Bedingungen für zukunftssichere Arbeits-und Ausbildungsplätze im Baugewerbe. In allen Regionen Bayerns suchen mittelständische Bau- und Ausbauunternehmen junge und erfahrene Mitarbeiter für interessante und anspruchsvolle gewerbliche und kaufmännische Arbeitsplätze. Die Perspektiven für eine Karriere am Bau sind angesichts der großen Bauaufgaben, die vor uns liegen, bestens."

Die Konjunktur am Bau brummt

Die baugewerblichen Unternehmen sind über alle Sparten hinweg sehr gut beschäftigt und haben dicke Auftragspolster. Die Branche erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit 13.000 Betrieben und 150.000 Beschäftigten über 23 Mrd. Euro Umsatz. Und auch die Aussichten für die kommenden Jahre sind für das Baugewerbe gut. Zusätzlich wird die Umsetzung des Koalitionsvertrags der Bundesregierung die Baukonjunktur weiter ankurbeln. So sollen die Mittel für Verkehrsinvestitionen des Bundes mindestens auf dem heutigen hohen Niveau (14,2 Mrd. Euro) fortgeführt werden. Ein neues Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz soll die rechtlichen Vorgaben für Infrastrukturprojekte erleichtern.

Die Mittel für das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) sollen bis 2021 auf jährlich 1 Mrd. Euro erhöht und danach jährlich dynamisiert für Aus- und Neubaumaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Ein neues Baukindergeld, die verbesserte Förderung der energetischen Sanierung und des freifinanzierten Wohnungsneubaus im bezahlbaren Mietsegment sollen den dringend notwendigen Wohnungsbau in den Ballungsräumen voranbringen.

Kassen von Städten und Gemeinden gut gefüllt

Schubert-Raab erwartet ein anhaltend gutes, auch von der Öffentlichen Hand getragenes, Investitionsklima: „Damit sind die Weichen auf Bundesebene für die kommenden Jahre richtig gestellt. In Bayern wurde mit dem neuen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ein deutliches Zeichen für den hohen Stellenwert der Baupolitik für die Zukunft Bayerns gesetzt. Auch die Kassen der Städte und Gemeinden sind wieder besser gefüllt, was sich bereits jetzt in spürbar steigenden Investitionen in Schulen, Krankenhäuser und Straßen niederschlägt.“

Großer Fachkräftebedarf

Trotz des sehr großen Fachkräftebedarfs fällt es den Bauunternehmen zunehmend schwer, junge Menschen für eine Ausbildung am Bau zu gewinnen. Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in den Bauberufen stagniert. In Bayern sind im Lehrjahr 2017/12018 4,1% weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden als im Vorjahr. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einem weiteren Wachstum am Bau von mindestens 3%. Und auch in den kommenden Jahren wird uns die Arbeit nicht ausgehen. Wir erleben derzeit einen tiefgreifenden Wandel in unserer Branche, der alle Arbeitsplätze erfasst. Digitalisierung des Bauens, neue Automatisierungsprozesse in der Fertigung und hochmoderne Maschinentechnik prägen mehr und mehr den Baustellenalltag. Die Jobs am Bau sind so vielfältig aber auch anspruchsvoll wie noch nie. Und wir suchen junge Leute, die sich für die großen Aufgaben am Bau begeistern können – nicht nur in München, Nürnberg und den anderen Ballungszentren, sondern in allen bayerischen Landkreisen“, warb Schubert-Raab für die Ausbildung am Bau.