Bomag | 12.07.2017

Mittlerweile ein volles Programm

Ein Jahr nach der Übernahme der Bomag durch Fayat im Jahre 2005 wurde den Boppardern die Verantwortung für das Gesamtgeschäft Straßenfertiger und Kaltfräsen und damit auch für die in Italien angesiedelte Produktion und die technische Weiterentwicklung der Maschinen übertragen. Aufbauend auf die Erfahrungen des italienischen Herstellers Marini musste das Rad nicht neu erfunden werden. Die anschließende Detailarbeit führte zu einem Komplettprogramm mit Raffinesse.

Das breite Produktspektrum reicht von der kompakten Maschine mit 500 mm Arbeitsbreite bis zur 750-PS-Klasse mit 2.200 mm. Insbesondere bei der Wartungsfreundlichkeit und der Frästechnologie punktet das Unternehmen.

 - Die BM 1200/35 ist ideal für das Abfräsen auch in beengten Arbeitssituationen geeignet
Die BM 1200/35 ist ideal für das Abfräsen auch in beengten Arbeitssituationen geeignet
Foto: Bomag

Kompaktfräsen

Den Reigen der Kaltfräsen eröffnen die Kompaktfräsen BM 500/15 und BM 600/15. Deren neuartige Geometrie der Rotoren erzeugt eine glatte Schnittkante mit minimierten Ausbrüchen. Das Komfortkonzept für den Bediener basiert auf einem komplett schwingungsisolierten Arbeitsplatz, der es erstmals ermöglicht, alle nötigen Arbeitsvorgänge in einer ergonomischen Sitzposition zu erledigen. Der um 45 Grad schwenkbare Sitz sorgt für eine optimale Sicht sowohl auf den Verlade-Lkw als auch auf die Fräskante. Zudem stehen für die Kompaktfräsen diverse Schnellwechselfräswalzen zur Auswahl, die für jede Baustelle die richtigen Arbeitsbreiten und Linienabstände garantieren.

Mittelklasse

Die 300-PS-Klasse, vertreten durch die Modelle BM 1000/30, BM 1200/30 und BM 1300/30, charakterisiert sich durch ein Mittelrotorkonzept, das vier voll lenkbare Kettenlaufwerke ermöglicht und die Maschinen sehr wendig macht. Da die Laufwerke durch die zentrale Anordnung des Fräskastens nicht behindert werden, können auch enge Kreisverkehre und Kurven ohne ein Verkanten des Fräskastens oder ein Beschädigen der Randsteine bewältigt werden. Die Vierkettenlenkung erlaubt außerdem das Heranfahren an eine Wand sowie ein schnelles Umfahren von Hindernissen. Auch Traktion und Laufruhe werden nicht in Mitleidenschaft gezogen, da aufgrund der optimalen Gewichtsverteilung der Maschinenschwerpunkt zentral über der Fräswalze liegt.

In der Klasse mit Arbeitsbreiten von 1,00, 1,20 und 1,30 m bietet Bomag auch Fräsen mit 350-PS-Motoren an. Die Typen mit dem Zusatz 35 glänzen dabei mit ihrem nach links und rechts um 45 Grad schwenkbaren Förderband, das durch seinen schnellen Ausbau besonders wartungsfreundlich ist. Für den Transport kann es dazu serienmäßig hydraulisch eingeklappt werden.

Großfräsen

In der 600-PS-Klasse geben unterdessen die Bomag BM 2000/60 und BM 2200/60 den Ton an. Sie sind speziell für das selektive Abfräsen von Fahrbahn- und Bodenbelägen konstruiert und eignen sich insbesondere für die Reparatur oder den Komplettausbau von Autobahnen und Bundesstraßen. Auch große Flächen können in einem Arbeitsgang komplett ausgebaut werden, da die Standardbreite von 2 bzw. 2,2 m, und die maximale Frästiefe von 32 cm für die große Fräsleistung sorgen.

Zuletzt bedienen die BM 2000/75 und BM 2200/75 die 750-PS-Klasse. Durch ihre Größe können sie auch in Spezialprojekten, beispielsweise auf Flughäfen, eingesetzt werden. Ihre besondere Wendigkeit und der große Schwenkwinkel des Förderbandes machen sie darüber hinaus bei kleineren Anwendungen zu beliebten und zuverlässigen Partnern. Wie die anderen Bomag-Fräsen sind sie ebenfalls mit dem wartungsfreien Wechselhaltersystem BMS 15 ausgestattet.

Meißel und Halter

Jedes Detail der Fräswalze – und auch des Haltersystems – trägt zur Produktivität einer Fräsen bei. Die optimale Umsetzung der Motorleistung in Fräsenergie maximiert die Arbeitsleistung, während die Erhöhung der Standzeit sämtlicher Komponenten die Betriebskosten reduziert. Durch die Verlängerung der Serviceintervalle in Kombination mit dem Wegfall der Wartung der Halter wurde die Maschinenverfügbarkeit optimiert. Ein besonderes Härteverfahren garantiert dabei an der Schlüsselstelle zum Fräsmeißel eine höhere Lebensdauer und besondere Leistungsfähigkeit. Ein widerstandsarmes Profil erhöht zusätzlich die Schnittleistung bei gleichzeitig vermindertem Verschleiß.

Vor allem punktet der Bomag-Halter aber mit zwei anderen Eigenschaften: So wird das Haltersystem mit nur 100 Nm Schraubenanzugmoment anstelle der üblichen 500 Nm angezogen, denn bei dem Bomag-Fräsen ist die Schraube eine reine Verliersicherung und nicht relevant für den Fräsprozess. Zusätzlich ist das Gewinde im Verschleißteil und kann bei Bedarf einfach und schnell ausgetauscht werden. Unschlagbar ist auch die Zeit, die für einen kompletten Halterwechsel benötigt wird: Sie beträgt nur rund 25 % der Zeit im Vergleich zu marktüblichen Systemen.

 - Das Bomag Wechselhaltersystem BMS 15 ermöglicht einen komplikationslosen Austausch der Halter und trägt zu einer signifikanten Zeitersparnis bei
Das Bomag Wechselhaltersystem BMS 15 ermöglicht einen komplikationslosen Austausch der Halter und trägt zu einer signifikanten Zeitersparnis bei
Abbildung: Bomag

Ein weiterer Pluspunkt des Haltersystems BMS 15 ist, dass die Halter selbst auf der Baustelle ausgetauscht werden können. Die Halter können so herausgetrennt werden, dass die kalibrierten Positionierungsfüße nicht verschoben oder beschädigt werden. Ein neuer Halter wird dann im Steckverfahren aufgesetzt und vor Ort mit der gleichen Präzision wie im Originalzustand verschweißt.

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis für die Fräsqualität und den hohen Wirkungsgrad ist die funktionsoptimierte Anordnung der Haltersysteme auf der Fräswalze. Das weiterentwickelte Design verspricht bestes Drehverhalten und niedrigen Verschleiß. Außerdem ist der Zugang zum Austreiben der Meißel auch im Randbereich sehr einfach, wodurch ein Werkzeugwechsel noch schneller durchgeführt werden kann und die Maschine im Handumdrehen wieder betriebsbereit ist.

Schneller Transport

Schließlich trägt auch der genehmigungsfreie Transport der großen Kaltfräsen von Bomag zu ihrer vielseitigen Einsatzfähigkeit bei. Eine Sondergenehmigung lässt sich umgehen, indem man das Gewicht reduziert, also die Fräse auf zwei Fahrzeuge verteilt transportiert. Dazu wird das schwere Fräsaggregat abgekoppelt, auf einem zweiten Lkw transportiert und am Bestimmungsort in unter 15 Minuten wieder angekoppelt – keine andere Großfräse ist nach der Transportzerlegung so schnell startklar. Die Fräsen können also flexibel auf jede Baustelle befördert werden, für den Transport werden lediglich ein Standard-Tieflader und ein Absetzkipper benötigt.

Frästransport ohne Genehmigung: die Bomag-Lösung