Baden-Württemberg | 10.01.2019

Mehr Grünbrücken für Wildtiere

Straßen zerschneiden Ökosysteme und für deren tierische Bewohner wird der Wechsel von einer Straßenseite auf die andere zur Herausforderung. Auch für Verkehrsteilnehmer ist der Wildwechsel eine Gefahr. Um zerschnittene Ökosysteme wieder zu verbinden und die Straßenquerung für Tiere und Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen, baut Baden-Württemberg weitere Grünbrücken an Autobahnen und Bundesstraßen.

In Baden-Württemberg sollen in den nächsten Jahren an Bundesfernstraßen mehr Grünbrücken entstehen, die die tödliche Gefahr für Luchs, Wildkatze oder andere Wildtiere senken. Für die Planung von 8 konkreten Projekten an Bundesfernstraßen hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg jetzt grünes Licht gegeben. Verkehrsminister Winfried Hermann dankt dem Bund ausdrücklich dafür: „Dies ist ein wichtiger Erfolg unseres Landeskonzeptes Wiedervernetzung an Straßen in Baden-Württemberg“.

 - Eine von vielen: Die Grünbrücke „Imberg“ an der A 8 östlich von Merklingen wurde im Dezember 2018 feierlich eingeweiht
Eine von vielen: Die Grünbrücke „Imberg“ an der A 8 östlich von Merklingen wurde im Dezember 2018 feierlich eingeweiht
Foto: Verkehrsministerium Baden-Württemberg/Manfred Grohe

Das Land hatte 2015 die Wanderrouten von Wildtieren analysiert und rund 40 fast unüberwindbare Straßen identifiziert. Die zusätzlichen Grünbrücken werden an folgenden Straßenabschnitten geplant: B 317 am Feldberg, B 465 Wurzacher Ried, B 466 westlich von Söhnstetten, A 6 bei Bad Rappenau, A 5 bei Karlsruhe, B 492 nördlich von Hermaringen, A 81 bei Mundelsheim und B 28 bei Tübingen.

Die Zerschneidung von Wanderrouten für die Wildtiere ist neben dem Flächenverlust eine der Hauptursachen für den Artenschwund. Das Verkehrsministerium hat deshalb das Landeskonzept Wiedervernetzung an Straßen erarbeitet. Dazu hat es in Zusammenarbeit mit anderen Fachbehörden und aufbauend auf vorhandenen Fachplänen und Programmen des Bundes und des Landes Wanderstrecken von Tieren untersucht und sogenannte Wiedervernetzungsabschnitte im Straßennetz identifiziert. Das Landeskonzept Wiedervernetzung setzt sich aus den drei Projektbausteinen „Konfliktstellen auf Grundlage der Fachpläne des Landes“, „Amphibienwanderstrecken an Straßen“ und „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ zusammen. Für jeden Baustein wurden Prioritätenlisten der wichtigsten Wiedervernetzungsabschnitte erarbeitet. Die priorisierten Abschnitte werden nun sukzessive durch den Bau von Querungshilfen, insbesondere Grünbrücken und Amphibienschutzanlagen, entschärft.

Bereits an 10 der 12 in Baden-Württemberg vom Bund priorisierten Wiedervernetzungsabschnitte werden derzeit Maßnahmen geplant.