Forum für Baumaschinen | 12.07.2017

Kiesel baut eine neue Welt

Wer Großes schaffen möchte, braucht verlässliche Partner und helfende Hände. Beim offiziellen ersten Spatenstich am 5. Juli für die Kiesel-Welt in Stockstadt/Rhein waren beide Voraussetzungen erfüllt. Das Projekt entsteht gleich neben dem Ersatzteil- und Zubehörzentrum. Das Forum für Technologie und Innovation hat den Anspruch, „das Aus- und Weiterbildungszentrum der Branche“ zu werden, so Toni Kiesel, geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe.

 - Spatenstich mit Familie und Partnern in Stockstadt.
Spatenstich mit Familie und Partnern in Stockstadt.
Foto: baunetzwerk/Volker Müller

Dazu werden rund 5.000 m² überbauter Raum geschaffen mit Schulungs- und Büroräumen, drei Werkstattboxen, 600 m² Indoor-Testfläche sowie 35.000 m² Outdoor-Testgelände. Die Schulungsräume sind flexibel konzipiert, so dass Gruppen von fünf bis 500 Personen dort Platz finden.

Der Komplex soll sich zum Think Tank der Branche entwickeln und wird verschiedene Ausstellungen aus den Bereichen Bau- und Umschlagmaschinen, Zubehör und Demobaustellen beherbergen. Das alles in zentraler Lage mit Autobahnanschluss und kurzem Weg zum Frankfurter Flughafen. Mittelfristig, so Toni Kiesel, sollen dort 120 wechselnde Mitarbeiter beschäftigt werden, die je nach den zu vermittelnden Schulungsinhalten nach Stockstadt anreisen.

Zu den Partnern, die das Vorhaben unterstützen, gehören die wichtigsten Zulieferer des Baumaschinenhändlers. Sie waren beim Spatenstich dabei. Die weiteste Anreise hatte Kotaro Hirano, neuer Präsident von Hitachi Construction Machinery. Er verbrachte somit seinen ersten Auslands- und Händlerbesuch bei Kiesel, was Toni Kiesel sichtlich bewegte. Außerdem waren bei diesem „ground breaking act“ Vertreter von Fuchs, Bell und Tobroco-Giant anwesend.

 - Toni Kiesel ist bei der Begrüßung der Gäste sichtlich bewegt.
Toni Kiesel ist bei der Begrüßung der Gäste sichtlich bewegt.
Foto: baunetzwerk/Volker Müller

Für Toni Kiesel war es ein Tag mit vielen Emotionen: „Wir realisieren heute eine Vision, die vor zehn Jahren entstanden ist.“ Auch die Eltern Christa und Helmut, die vor 59 Jahren das Unternehmen gegründet haben, stehen hinter dem Projekt. Ebenso Toni Kiesels Bruder Jochen und seine Tochter Kathrin, Projektleiterin der Kiesel-Welt und die, weil schwanger, die dritte und vierte Generation gleichermaßen repräsentierte. „Der Familienrückhalt gibt einem den Mut, eine solche Zukunftsinvestition voranzutreiben“, sagte Toni Kiesel in seiner Begrüßungsrede.

Ursprünglich sollte bereits vor drei Jahren gebaut werden. Doch die wirtschaftliche Situation hatte ein Aufschieben erzwungen. Umso erfreulicher für das Projekt, dass sich die kommunalen Politiker und Genehmigungsbehörden flexibel zeigten und auf aktuelle Änderungen schnell reagierten.

Am meisten unter der Aufschiebung gelitten hatte die Kiesel-Belegschaft in Stockstadt. Sie lebte statt nur einer Saison viereinhalb Jahre beengt in provisorischen Containern. Toni Kiesel dankte den Mitarbeitern für ihre Geduld.

Weitere Zeit ging für die komplette Neuplanung des Projekts drauf. Hans Jörg Reisch, Generalunternehmer, Architekt und Freund von Toni Kiesel, warf die alten Pläne über den Haufen, entwickelte alles neu und schuf somit ein „Aushängeschild für die Bauindustrie“.

„Die Kiesel-Welt soll ein Forum werden für Innovationen, Technologie und Aus- und Weiterbildung“, so Toni Kiesel und schilderte die Beweggründe für den Bau: „Es geht um den Kampf um die Talente wie Fahrer, Maschinisten, Techniker, die wir für diese tolle Technik begeistern müssen. Für diese Menschen wollen wir etwas schaffen, was in dieser Form einzigartig ist auf der Welt. Stockstadt bietet alles, was mit Baumaschinen zu tun hat. Alles zum Anfassen und Ausprobieren. Mit Schulung, Training, Ersatzteilen, Service und Sondermaschinenbau – alles an einem Platz.“

Das Angebot steht grundsätzlich auch Nicht-Kiesel-Kunden offen. Für Aus- und Weiterbildung und weitere Kooperationen ist man bereits im Gespräch mit dem Abbruchverband, den Garten- und Landschaftsbauern sowie mit der Bauindustrie.

In der ersten Bauphase werden 15 Mio. Euro investiert. „Es ist damit die größte Investition in unserer Firmengeschichte“, unterstrich Toni Kiesel. Gebaut wird vom 1. August 2017 bis zum Herbst 2018. Gleich zwei besondere Jubiläen sollen dann im kommenden Jahr in dem neuen Gebäude gefeiert werden: der 85. Geburtstag von Firmengründer Helmut Kiesel und das 60. Jahr der Firmengruppe.

In einer weiteren Stufe soll ein Hotel in dieser Baumaschinenwelt entstehen. Toni Kiesel zeigte sich optimistisch, dass ein Investor dafür relativ schnell gefunden wird.

Doch zurück zum Spatenstich: Gleich zwölf Schaufeln wurden benötigt, um Familie und Partner für den symbolischen Akt aufs obligatorische Foto zu bringen. Das Bild zeigt von rechts nach links: Thomas Raschel, Bürgermeister von Stockstadt, Walter Astheimer, 1. Kreisbeigeordneter, Groß-Gerau, Kieran Hegarty, Präsident, Terex Materials Processing, Terex Corp. (für die Marke Fuchs), Kotaro Hirano, Präsident, Hitachi Construction Machinery, Helmut und Christa Kiesel, Firmengründer, Jochen Kiesel, Gesellschafter, Toni Kiesel, geschäftsführender Gesellschafter, Kathrin Kiesel, Projektleiterin Kiesel Welt, Hans Jörg Reisch, Geschäftsführer, Georg Reisch GmbH & Co. KG, Andreas Heinrich, Geschäftsführer Bell Equipment Deutschland GmbH, und Björn Hickmann, Projektleiter Kiesel Welt.