Baugeräteführer | 07.02.2018

Ein anspruchsvoller Ausbildungsberuf

Qualifizierte Nachwuchskräfte sichern die Zukunft der Branche: Bei der Meisterschaft der Bauberufe in Sigmaringen konnten angehende Baugeräteführer ihr Können de-monstrieren.

 - Beim Geschicklichkeitswettbewerb galt es, die feinfühlige Hydraulik des Hitachi auszuspielen.
Beim Geschicklichkeitswettbewerb galt es, die feinfühlige Hydraulik des Hitachi auszuspielen.
Foto: Kiesel

Im November 2017 hat die Meisterschaft der Bauberufe in Sigmaringen stattgefunden. Siegfried Hildebrand und Bernd Fingerle von der Kiesel Gruppe unterstützen den Nachwuchs: Sie haben nicht nur Maschinen zum Probefahren bereitgestellt, sondern auch einen Geschicklichkeitsparcours für die Handhabung des Mobilbaggers aufgebaut: Mit Hilfe des Mehrschalengreifers mussten von den angehenden Baugeräteführern mit dem ZX170W verschiedene Aufgaben gelöst werden, etwa einen Ball über eine Wippe bugsieren oder diesen in ein Rohr werfen. Tobias Grimm, der das dritte Lehrjahr bei Fischer Weilheim absolviert, wurde von seinem Ausbildungsmeister Timo Raach, Baumaschinenmeister am Ausbildungszentrum Bau in Geradstetten, für den Wettbewerb vorgeschlagen und belegte schließlich den 2. Platz „Ist schwieriger, als es aussieht!“, lautete sein Fazit. Für seinen Ausbildungsberuf hat er sich früh entschieden, da er gerne Maschinen fährt und sehr an der Technik und Hydraulik interessiert ist. Die Technik und die Faszination der Maschinen sind die Hauptanziehungspunkte für den Beruf des Baugeräteführers, den nach und nach auch Mädchen ergreifen. Derzeit werden im Ausbildungszentrum Geradstetten über 200 Auszubildende betreut. Die Ausbildung dauert drei Jahre, den Abschluss bildet die Gesellenprüfung. Die Zahlen der Auszubildenden nehmen derzeit deutlich zu, jeder Jahrgang in Geradstetten hat gerade mehr Mitglieder als der vorhergehende.

Theorie und Praxis

Die Ausbildung läuft blockweise, Theorie und Praxis wechseln sich ab. Man lernt dabei nach und nach alle Maschinen kennen und merkt dann recht schnell, welche einem ganz besonders liegt. Das erste Ausbildungsjahr ist ein Grundbildungsjahr im Bereich Bau, in dem grundlegende Dinge wie Mauern, Randsteine setzen, Pflastern und Schalungen bauen vermittelt werden. Im zweiten und dritten Jahr wird Mechanik, Hydraulik, Pneumatik sowie Themenbereiche wie Elektrik und Elektronik gelehrt, dazu kommen weitere Fähigkeiten wie ein Schweißkurs. Die Ausbildung am Gerät erfolgt dann im Zentrum in Geradstetten.

Dort wird auf einem Hitachi ZX160W unterrichtet. Diese Maschine wurde von Siegfried Hildebrand in der Niederlassung in Geisingen speziell konfiguriert und verfügt beispielsweise über ein erhöhtes Führerhaus, eine Zwei-D-Steuerung, eine 360°-Kamera sowie hinten auch ein Geländer, so dass man oben auf dem Bagger gefahrlos stehen und Motor und Hydraulik erklären kann – perfekte Voraussetzungen also, um diesen interessanten und anspruchsvollen Beruf zu erlernen.

Auch nach der Ausbildung werden die Baugeräteführer nicht alleinegelassen: Die Kiesel Akademie in Stockstadt am Rhein bietet branchenspezifische Fahrer-Schulungen an, um den Kunden zu ermöglichen, das Potential der Maschinen umfassend nutzen zu können. Stetige Weiterbildung ist in diesem Beruf ein Muss.