Umfrage | 29.09.2017

Bürger zufriedener mit Verkehrswegen

Alles gar nicht so schlimm? Immerhin sind 56 % der Bürgerinnen und Bürger mit dem Zustand der Verkehrswege zufrieden, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Verkehrsforums (DVF), durchgeführt von infas Institut für angewandte Sozialwissenschaften.

„Es herrscht ein überwiegend positiveres Bild der Deutschen über unsere Verkehrswege als zu Beginn der Legislaturperiode. Darüber können wir uns eigentlich freuen. Trotzdem darf man die Warnung nicht überhören, denn rund 44 % der Befragten stufen die Verkehrsinfrastruktur als "eher schlecht" bis "sehr schlecht" ein. Unser Fazit lautet deshalb: es besteht weiterhin großer Druck, in den Erhalt unserer Verkehrswege zu investieren!", so Dr. Florian Eck, stellvertretender DVF-Geschäftsführer.

 - Was die Befragten am meisten stört
Was die Befragten am meisten stört
Abbildung: DVF

In der letzten DVF-Umfrage aus dem Jahr 2014 gaben 58 % der Bürger an, dass sie eine deutliche Verschlechterung der Verkehrsinfrastruktur auf ihren alltäglichen Wegen wahrnehmen. Bei der aktuellen Umfrage, bewerteten hingegen 56 % der Befragten den Zustand der Verkehrswege als „sehr gut" bis „eher gut" – jedoch auch 44 % urteilen darüber mit „eher schlecht" bis „schlecht".

Das große Sorgenkind für die Befragten ist und bleibt der Straßenzustand. Gleichzeitig ist die Unzufriedenheit mit Baustellen groß, obwohl diese ja gerade die Lösung des Problems sind. „Hier muss einfach noch mehr getan werden für eine schnellere Planung und Durchführung der Bauarbeiten sowie eine bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen", schlussfolgert Florian Eck.

Gefragt nach den Gründen für eine schlechte Bewertung, wurden in erster Linie mit 69 % „Straßenschäden" genannt, mit einem Unterschied zwischen Landbevölkerung mit 72 % und Städtern mit 64 %. Genannt wurden weiterhin „Baustellen" mit 29 % und „schlechte Radwege" mit 24 %. Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage möglich. 16 % störten „marode Brücken", 15 % „unebene Bürgersteige" und 10 % „Straßen- und Brückensperrungen".

Eck bekräftigte angesichts der Umfragewerte die Forderungen des DVF, den Investitionshochlauf des Bundes auf jährlich mindestens 15 Mrd. Euro für Straßen, Wasserwege und Schienen anzuheben. Das sei die Summe, um die Sanierung und den Erhalt der Bundesinfrastruktur zu gewährleisten. Auch müssten die Gelder mehrjährig zur Verfügung stehen und jetzt genügend qualifiziertes Planungs- und Genehmigungspersonal in den Verwaltungen eingestellt werden. Für die kommunalen Verkehrswege müsse der Bund langfristig zweckgebunden Finanzmittel zur Verfügung stellen.