Die Baubranche von A bis Z

Glossar

Fachbegriff leicht und verständlich erklärt. Unser Glossar definiert und erläutert wichtige Begriffe aus der Baubranche - vom Asphalt bis zum Zwei-Wege-Bagger.

06.09.2012
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Glossar für das baunetzwerk

Fachbegriffe verständlich und normgerecht erklärt. Unser Glossar erläutert alle wichtigen Begriffe aus der Baubranche.

a 

A  B  C  D  E  F  G  H  K  L  M  N  O  P  R  S  T  W  X  Y  Z



A
Mischung von Gesteinskörnung mit einem bitumenhaltigen Bindemittel und ggf. Zusätzen. Die technisch hergestellten Asphalte werden unterschieden in Walz- und Gussasphalt. Er wird verwendet im Straßenbau für Fahrbahnbefestigungen, im Hochbau für Bodenbeläge, im Wasserbau und seltener im Deponiebau zur Abdichtung. Asphalt verhält sich chemisch nahezu inert (träges Reaktionsverhalten) und weist ein thermoplastisches Verhalten auf.
AsphaltmischwerkAnlage zur Herstellung von Asphalt durch einen thermischen Vermischungsprozess. Die Produktionsleistung liegt in der Regel zwischen 80 und 320 t/h. Bei der kontinuierlichen Produktion erfolgt der Mischprozess im (pausenlosen) Durchlaufbetrieb. Dabei werden die einzelnen Komponenten kontinuierlich dem Mischprozess zugegeben. Dieses Verfahren eignet sich besonders für große Baulose mit gleich bleibendem Mischgut. Bei der diskontinuierlichen Produktion werden im Betrieb nach einem Rezept die vorher verwogenen Komponenten des Asphaltmischgutes chargenweise in einen Asphaltmischer gemischt. Dieses Verfahren ist flexibler, da es die chargenweisen Änderungen des Mischrezeptes ermöglicht.
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B
 
In der Regel ketten- oder radmobile Produktivmaschinen, die in der Bauwirtschaft in nahezu allen Teilen der Prozesskette – von der Gewinnung bis zum Abbruch und Recycling – eingesetzt werden.
BaggerladerDieser Zwitter ist mit einem Löffel am Heckausleger sowie mit einer Ladeschaufel am vorderen Hubgerüst ausgestattet. Er übernimmt auf den Baustellen als „Mädchen für alles“ die vielfältigen Aufgaben eines Bagger und Radladers. In Deutschland kann sich diese Maschinengattung jedoch nur schwer durchsetzen.
Besondere Beanspruchung
Beanspruchung von Fahrbahnen durch in Höhe und/oder Häufigkeit nicht übliche Belastungen aus Verkehr und Klima wie beispielsweise Hanglage mit Südausrichtung, langsam fahrender Verkehr, häufige Brems- und Beschleunigungsvorgänge, spurfahrender Verkehr, enge Kurven, große und häufige Temperaturschwankungen.
BindemittelDient zur Verklebung der Gesteinskörnungen. Man unterscheidet z.B. Straßenbaubitumen, Polymermodifiziertes Bitumen, Gummimodifiziertes Bitumen, einfärbbares Bindemittel für farbige Beläge.
BitumenBitumen ist ein nicht flüchtiges und abdichtendes erdölstämmiges Produkt mit temperaturabhängigem elastoviskosen Verhalten. Bitumen kommt auch in Naturasphalt vor. Bitumen ist nicht mit carbostämmigen Bindemitteln wie z.B. Teer oder Pech zu verwechseln.
BrechtechnikZur Zerkleinerung und Veredelung von Massenrohstoffen kommen unterschiedliche Brechtechniken zum Einsatz. Man unterscheidet die Pralltechnik, bei der das Gestein an Prallwände geschleudert wird und zerbricht. Für große Korngrößen und sehr hartes Gestein werden häufig Backenbrecher eingesetzt, die das Gestein zwischen zwei Backen zerdrücken. Auch beim Kegelbrecher werden die Steine zwischen dem Brechwerkzeug, das wie ein Kegel geformt ist, und dem Gehäuse des Brechers zerdrückt.
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D
Anderer Begriff für wasserdurchlässiger Asphalt.
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E 
Prüfungen zum Nachweis der Eignung der Baustoffe und Baustoffgemische für den vorgesehenen Verwendungszweck, entsprechend den Anforderungen des Bauvertrages.
Erhaltung Maßnahmen, die der Erhaltung der Substanz, des Gebrauchswertes von Verkehrsflächen sowie der Umweltverträglichkeit dienen. Unterschieden wird dabei zwischen betrieblicher Erhaltung (Kontrolle und Wartung) und baulicher Erhaltung (Instandhaltung, Instandsetzung und Erneuerung).
Erneuerung Vollständige Wiederherstellung einer vorhandenen Straßenbefestigung oder von Teilen davon, sofern mehr als nur die Deckschicht betroffen ist, durch Verstärkung oder nach Beseitigung entsprechender Teile ohne Grunderwerb.
Erstprüfung Prüfung bei Markteinführung eines Asphaltmischgutes zum Nachweis, dass die einschlägigen Anforderungen der jeweiligen Produktnorm erfüllt werden. Die Erstprüfung ist Teil des Verfahrens zur CE-Kennzeichnung.
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F 
Zum Transport mineralischer Rohstoffe werden in der Steine und Erdenindustrie meist Gurtförderer eingesetzt, die das Material zwischen den einzelnen Anlagenteilen  transportieren oder auch von der Gewinnungsstätte (z.B. Steinbruch/Kiesgrube)  zum Aufbereitungswerk fördern.  Der Gurt wird von einer oder mehreren Antriebstrommeln angetrieben. Wasser-Rohstoffgemische werden häufig in geschlossenen Systemen transportiert. Hier dienen Pumpen, meist robuste Kreiselpumpen, zur Förderung des Materials.
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G 
In Deutschland, Österreich und den meisten EU-Staaten unterliegt die Genehmigung des Abbaus von Rohstoffen heute strengen Auflagen des Umweltschutzes und der Flächenwidmung. Nicht selten dauert ein Verfahren von der Antragstellung bis zur Genehmigung zehn bis fünfzehn Jahre. Genehmigungen sind i.d.R. zeitlich begrenzt.
Gussasphalt Dichte, im heißen Zustand streichbare Masse aus Gesteinskörnungen und Bitumen, ggf. Naturasphalt oder Polymermodifiziertem Bitumen als Bindemittel. Der Bindemittelgehalt ist so auf die Hohlräume des Gesteinskörnungsgemisches abgestimmt, dass diese im Einbauzustand voll ausgefüllt sind bzw. ein geringer Bindemittelüberschuss vorhanden ist.
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H
 
Einbau von Asphalt, der abhängig von der Bindemittelsorte und der Mischgutart bei einer Einbautemperatur zwischen 90 und 240 °C erfolgt.
Hocheinbau
Einbau von einer oder mehreren Schichten auf die vorhandene Verkehrsflächenbefestigung.
Hydraulikbagger Ab den 1950er Jahren stets weiterentwickelte Baumaschinen, die hochmobil in der Regel auf Ketten oder Rädern fahren.
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K
Ketten geben den Baggern eine hohe Standfestigkeit, so dass sie auch gegen den Hang gerichtet arbeiten können. Durch die Ketten reduziert sich die Aufstandslast und damit die Beanspruchung des Untergrunds. Extra breite Fahrwerke gestatten sogar das Arbeiten auf moorigen Böden.
Kieswerk Im Kieswerk (auch Sandwerk oder Schotterwerk) werden Massenrohstoffe (Kies, Sand und Schotter) durch mechanische Aufbereitung und wo notwendig auch durch Wäsche zu Baustoffen verarbeitet, die z.B. als  Tragschichten von Straßen verwendet oder mit Bindemitteln zu Asphalt und Beton verarbeitet werden.
Kompaktasphalt
Einbau von Asphaltbinder- und Asphaltdeckschicht unmittelbar hintereinander
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L 
In der Regel handelt es sich dabei um Radlader, Kettenlader sind selten.
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M
Zu den mineralischen Rohstoffen zählen Metalle, Industrieminerale sowie Steine und Erden. Zu der letzten Gruppe gehören die sogenannten Massenrohstoffe. Man unterscheidet Lockergesteine (Sand und Kies), Festgesteine bzw. gebrochene Mineralstoffe (Schotter) sowie Naturwerksteine (z.B. Marmor). Mineralische Rohstoffe werden mit Methoden des Bergbaus (Steine und Erden meist im Tagebau) aus Lagerstätten in der Erdkruste gewonnen  und durch mechanische Aufbereitung und/oder thermische Behandlung zu technischen Produkten veredelt.
Mini-, Midi-, Mikrobagger
Das Downzising geht hinunter bis zur mechanischen Schüppe auf Kettenfahrwerk. Kleine und kleinste Bagger werden im Zuge der weiteren Mechanisierung auch im Innenbereich eingesetzt und erledigen dort, was früher mühevolle Handarbeit war.
Mini-, Mikrolader
Mittlerweile geht der Trend zur Miniaturisierung so weit, dass es Maschinen gibt, bei denen der Fahrer am Heck steht. Eingesetzt werden diese Geräte auf Rädern oder Ketten in Bereichen, zu denen größere Maschinen keinen Zugang finden.
Mobilbagger
Der Mobilbagger ist in Deutschland sehr weit verbreitet. Mit Straßenzulassung ausgestattet sieht man ihn häufig im Stadtbild, wenn er gezielt eine Baustelle anfährt. Bei schweren Arbeiten können die Maschinen ihren Planierschild und/oder ihre Pratzen hydraulisch ausfahren. Das erhöht die Standsicherheit deutlich.
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N 
Zur Gewinnung von Lockergestein, das sich im Wasser  befindet, ist der Einsatz von Nassgewinnungsgeräten erforderlich. Mit einem Saugbagger wird das Wasser-Rohstoffgemisch über eine Saugleitung an die Oberfläche befördert. Um in größere Tiefen vordringen zu können, kommen u.a. auch Seil- oder Seilmotorgreifer zum Einsatz.
Naturasphalt
Relativ hartes, in natürlichen Lagerstätten vorkommendes Bitumen, das häufig mit feinen Mineralstoffanteilen gemischt ist. Große Naturasphaltvorkommen befinden sich in Trinidad (der Asphaltsee ist der Ursprung des Trinidad-Naturasphalts), in Venezuela der Lago de Guanoco, in den Schweizer Gemeinden Buttes und Travers sowie im Elsass.
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O 
Asphalt mit großem Hohlraumgehalt und verbundenen Makroporen zur Lärmminderung und Vermeidung von Aquaplaning.
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P 
Mit einem oder mehreren organischen Polymeren modifiziertes Bitumen, wodurch die Eigenschaften des Bindemittels gezielt für die besonderen Einsatzzwecke beeinflusst werden.
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R 
Es gibt sie in nahezu allen denkbaren Dimensionen. Ihr Einsatzspektrum in der Bauwirtschaft reicht vom Straßen- und Erdbau bis in die Gewinnungsindustrie. Eine Vielzahl an Anbaugeräten macht sie neben den Baggern zu den universellen Maschinen in der Transport- und Lieferkette.
Rekultivierung
Unter Rekultivierung versteht man das Wiederherrichten der Kulturlandschaft nach dem Abbau von Rohstoffen. Hierunter fallen agrarwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder wasserwirtschaftliche Maßnahmen der Landschaftsgestaltung. Häufig werden die einzelnen Maßnahmen kombiniert. Unter den Begriff der Rekultivierung fällt auch die Nachnutzung der Flächen durch Bebauung (z. B. Industriegebiet, Solarpark, …) oder die Nutzung für Erholung und Tourismus (z. B. Badesee).
Renaturierung
Unter Renaturierung versteht man die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere (z.B. Naturschutzreservate, …) auf so genannten devastierten Flächen, wie sie z.B. vom Tagebau hinterlassen werden. Die Pflicht zur Wiedernutzbarmachung ist i. d. R. an die Genehmigung zum Abbau von Rohstoffen gebunden.
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S 
Ohne eigenen Fahrantrieb bewegen sich diese Maschinen wie ein Krake in unwegsamem Gelände. Dazu ziehen sie sich mit dem Grabgefäß am Ausleger in die gewünschte Arbeitsposition.
Seilbagger
Setzten bis zum Einsatz der Hydraulik in der Baumaschine in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts die Standards im Baugeschehen und in der Gewinnung von Massenbaustoffen. Nach wie vor werden Seilbagger heute in der Gewinnungsindustrie eingesetzt. In weiteren Anwendungen finden wir sie als Trägergeräte von Rammen, Ziehgeräten und Großbohrern.
Siebtechnik Siebe dienen zur Klassierung von mineralischen Rohstoffen. Mit Hilfe von Sieben, die über mehrere Decks verfügen , lassen sich die aufbereiteten Rohstoffe in verschiedene Kornfraktionen einteilen, z.B. 2 /5 mm, 5/8 mm, 8/16 mm usw. Ein Antrieb versetzt das Siebgewebe in Schwingungen, dadurch fällt das Unterkorn durch die Maschen hindurch, das Überkorn bleibt obenauf liegen. In der Steine- und Erdenindustrie sind Linear- und Kreisschwingsiebmaschinen  weit verbreitet.
Steinbruch
Ein Steinbruch dient der Gewinnung von Festgesteinen aus einer Gesteins-Lagerstätte. In den meisten Steinbrüchen werden Schüttgut und Massenrohstoffe für die Bauindustrie gewonnen. Mengenmäßig erst weit danach kommen Steinbrüche für Werksteine (Wegebeläge, Innendekoration, Fassaden, Grabsteine Gartengestaltung usw.) und sonstige Anwendungen.
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T 
Basis ist ein Radlader, dessen Hubarme durch einen teleskopierbaren Hubarm ersetzt wurden. Damit reicht er deutlich weiter und höher als ein konventioneller Radlader.
Trockengewinnung
Zur Lösung von Festgestein im Tagebau gibt es verschiedene Trockengewinnungsverfahren. Die heute noch am häufigsten angewandte Methode ist das Sprengen. Der Sprengstoff wird in Bohrlöcher eingebracht und mittels Sprengschnur und Sprengzünder zur Detonation gebracht. Weiterhin gibt es sprengstofflose Direktgewinnungsverfahren, z.B. durch Reißen mittels Flächenfelsfräsen, Hydraulikhammer oder Fallgewichtshammer. Diese Verfahren haben sich in Deutschland jedoch noch nicht durchgesetzt. 
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W 
Sammelbegriff für Asphalt, der durch Walzen verdichtet wird.
wasserdurchlässiger Asphalt
Asphalt mit untereinander verbundenen Hohlräumen zur Ableitung von Oberflächenwasser in den Untergrund (Entsiegelung von Flächen).
Wiederverwertung
Ausbauasphalt kann zu 100 % bei der Herstellung von Asphaltmischgut im Heißmischverfahren wiederverwertet werden. Diese Verwertung stellt die höchstwertige Verwertungsform dar, die gemäß Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) anzustreben ist.
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Z 
Basis ist ein Mobilbagger, der ein zusätzliches Schienenfahrwerk besitzt. Somit ist der Bagger in der Lage, sich auf den Gleisen zu bewegen und im Gleisbett zu arbeiten.
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